Terrasse und Hofeinfahrt reinigen: so geht es ohne Schäden
Nach dem Winter sieht fast jede Terrasse grau aus. Der Hochdruckreiniger schafft das schnell – aber er kann auch Holzfasern aufreißen, Fugen ausspülen und Betonplatten dauerhaft streifig machen. Entscheidend sind Druck, Abstand und das richtige Zubehör. So gehst du Belag für Belag vor, ohne Schäden zu hinterlassen.
Druck und Abstand: was der Belag verträgt
Holz verträgt am wenigsten: maximal rund 50 bar, Abstand 25 bis 30 Zentimeter, Düse flach und immer in Faserrichtung führen. Sonst stellen sich die Fasern auf und die Diele wird rau. WPC behandelst du genauso vorsichtig und hältst dich an die Herstellerangabe. Beton, Waschbeton und Betonpflaster stecken 100 bis 150 bar weg, Abstand etwa 15 Zentimeter. Bei Naturstein kommt es auf die Sorte an: Granit ist robust, Sandstein, Marmor und Travertin sind weich und rauen schnell auf – hier bleibst du niedrig. Für Holz und WPC reicht der efco IP 1250 S (19,90 € pro Tag), für Beton und Pflaster ist der IP 1900 S (29,90 €) die bessere Wahl.
Flächenreiniger statt Punktstrahl
Die rotierende Punktdüse, oft Dreckfräser genannt, bündelt den ganzen Druck auf einen kleinen Kreis. Auf großen Flächen hinterlässt sie Spiralen und Wellen, die du später bei jedem Sonnenstand siehst. Nimm stattdessen den Flächenreiniger: Er führt zwei Düsen unter einer Haube im Kreis, hält den Abstand konstant und arbeitet gleichmäßig – dazu spritzt es kaum. Die Punktdüse hebst du dir für kleine hartnäckige Stellen auf, etwa Ölflecken in der Einfahrt. Wichtig bei beidem: nie stehen bleiben. Ein paar Sekunden an derselben Stelle reichen, um Beton anzurauen oder Holz zu schädigen. Teste zuerst an einer Ecke, die niemand sieht.
Fugen beachten und danach nachsanden
Bevor du loslegst, schau dir die Fugen an. Loses Sand- oder Splittmaterial spült der Hochdruck in Sekunden heraus – die Platten verlieren ihren seitlichen Halt und sacken mit der Zeit ab. Bei gebundenen Fugen aus Fugenmörtel oder Epoxidharz ist das unkritischer, aber auch dort löst ein zu harter Strahl mürbe Stellen. Halte die Düse deshalb nie senkrecht in die Fuge, sondern arbeite flach darüber hinweg. Nach dem Reinigen lässt du die Fläche gut abtrocknen und kehrst frischen Quarz- oder Fugensand ein, mehrmals und in dünnen Lagen. Einschlämmen, antrocknen lassen, nachkehren – erst dann ist die Fläche wieder stabil.
Reihenfolge und Vorgehen
Erst grob kehren, Moospolster mit Fugenkratzer oder Spachtel abheben, Möbel und Pflanztröge wegräumen. Hartnäckigen Grünbelag weichst du am besten 15 Minuten mit Wasser ein, das spart später Druck. Dann arbeitest du von der Hauswand weg Richtung Ablauf oder Gefälle, damit der Schmutz nicht auf die saubere Fläche zurückläuft. Reinige bahnenweise mit etwa zehn Zentimetern Überlappung und gleichmäßigem Tempo, sonst entstehen sichtbare Ansätze. Zum Schluss die ganze Fläche mit niedrigem Druck nachspülen. Für eine große Hofeinfahrt ohne Stromanschluss in der Nähe ist der Benzin-Hochdruckreiniger IPX 2000 S mit 200 bar (39,90 € pro Tag) die praktischste Lösung.
Heißwasser, Sicherheit und Umweltschutz
Fett, Öl, Reifenabrieb und festsitzender Grünbelag geben mit kaltem Wasser kaum nach. Heißes Wasser löst Fette und setzt Algen und Moossporen zu – du kommst mit deutlich weniger Druck aus und schonst damit den Belag. Das Heißwaschgerät IP 2500 HS (49,90 € pro Tag) arbeitet bis 90 °C und bringt bei Einfahrten, Garagenböden und Werkstattflächen den größten Zeitgewinn. Zur Sicherheit: Schutzbrille und festes Schuhwerk tragen, den Strahl nie auf Menschen oder Tiere richten, Elektrogeräte nur über einen FI-Schutzschalter betreiben. Und beim Abwasser aufpassen – Reinigungsmittel und Ölreste dürfen nicht in den Regenwasserkanal oder in den Garten. Meist reicht heißes Wasser ganz ohne Chemie.
Kurz zusammengefasst
- Immer an einer unauffälligen Stelle testen, bevor du losreinigst.
- Düse gleichmäßig bewegen – Stehenbleiben brennt Streifen in den Belag.
- Bei Holz in Faserrichtung und mit größerem Abstand arbeiten.
- Nach dem Reinigen die Pflasterfugen wieder mit Quarzsand auffüllen.
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